Kampagne
Auch nach dem Erlassjahr: Weiter Einsatz für Schuldengerechtigkeit
Schuldengerechtigkeit bleibt dringend – auch nach dem Heiligen Jahr
Die Schuldenkrise im Globalen Süden spitzt sich weiter zu, und die Forderung nach einem umfassenden Schuldenerlass ist aktueller denn je. Als Weltladen-Dachverband unterstützen wir die Kampagne „Erlassjahr 2025: Turn Debt into Hope“, weil sie einen zentralen Hebel für globale Gerechtigkeit adressiert: ein faires internationales Finanzsystem.
Das Heilige Jahr der katholischen Kirche, das am 6. Januar 2026 offiziell zu Ende ging, hat weltweit wichtige Impulse für Schuldengerechtigkeit gesetzt. In dieser Tradition – und in Anknüpfung an die erfolgreiche Kampagne „Erlassjahr 2000“ – setzen wir uns gemeinsam mit einem breiten zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Bündnis weiterhin dafür ein, dass überschuldete Länder einen gerechten Neuanfang erhalten.
Klar ist: Mit dem Ende des Heiligen Jahres endet nicht unser Engagement. Der Einsatz für Schuldengerechtigkeit geht weiter.
Gemeinsam für Hoffnung, Menschenwürde und globale Gerechtigkeit
Die weltweite Kampagne „Turn Debt into Hope“, koordiniert von Caritas Internationalis, vereint zahlreiche nationale Bündnisse – unter anderem in Großbritannien, Frankreich, Ungarn, Kanada und Deutschland. Auch über 2025 hinaus werden international Unterschriften für faire Schuldenerlasse und ein verbindliches internationales Staateninsolvenzverfahren gesammelt.
Aktuell wurden weltweit bereits 72.800 Unterschriften gesammelt (Stand: Januar 2026). Dieses starke Signal wollen wir weiter ausbauen.
Die Kampagne in Deutschland: Unterschriften sammeln bis zur Übergabe
In Deutschland wird die Kampagne „Erlassjahr 2025 – Turn Debt into Hope“ von einem breiten zivilgesellschaftlichen Bündnis getragen. Auch wir als Weltladen-Dachverband sind Teil dieses Bündnisses.
Wir sammeln weiterhin Unterschriften, bis die Petition an das Bundesfinanzministerium übergeben wird. Die Übergabe ist derzeit für das 1. Halbjahr 2026 geplant und soll im Rahmen einer öffentlichen Aktion erfolgen.
Unser gemeinsames Ziel: möglichst nah an die 100.000 Unterschriften herankommen, um gegenüber der Bundesregierung ein starkes politisches Signal für faire Entschuldung und eine gerechtere internationale Finanzarchitektur zu setzen.
Wichtig: Gedruckte Unterschriftenlisten werden nicht mehr verwendet. Die Petition kann ausschließlich digital unterzeichnet werden:
Unsere Forderungen an Politik und Finanzinstitutionen
Mit der Petition fordern wir Regierungen und multilaterale Finanzinstitutionen auf:
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1
Schuldenkrise jetzt beenden:
Illegitime und untragbare Schulden streichen ohne wirtschaftspolitische Auflagen!
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2
Ursachen von Schuldenkrisen angehen und globales Finanzsystem gerechter machen:
Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt stellen!
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3
Nachhaltige und faire Lösungen schaffen:
Eine rechtsverbindliche Schuldenrahmenkonvention unter dem Dach der Vereinten Nationen vereinbaren!
Offener Brief an den Papst: Jubilee heißt täglicher Einsatz für Gerechtigkeit
Im Dezember 2025 wurde ein internationaler offener Brief an Papst Leo XIV veröffentlicht, den auch wir als Weltladen-Dachverband mitunterzeichnet haben. Darin fordern Schulden‑, Klima‑ und Glaubensorganisationen, die Prinzipien des Heiligen Jahres über dessen formales Ende hinaus weiterzuführen.
Der Appell: Jeder Tag nach dem Ende des Jubiläums soll so behandelt werden, als wäre das Heilige Jahr noch im Gange – solange, bis bedingungslose Schuldenerlasse und Landgerechtigkeit erreicht sind.
Der Brief macht deutlich, dass illegitime Schulden Länder des Globalen Südens daran hindern, ausreichend in Klimaschutz, Anpassung, Bildung und Gesundheit zu investieren – und sie zugleich dazu zwingen, weiterhin auf zerstörerische extraktive Industrien zu setzen. Die versprochene Gerechtigkeit des Jubiläums ist bislang nicht eingelöst.
Zu den Unterzeichnenden zählen unter anderem Eurodad, Jubilee South, ActionAid International, Debt Justice (UK & Norwegen), Christians for Future sowie der Friedensnobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel.